BIO-WEIHNACHTSBÄUME AUS DER REGION

Alle Jahre wieder stellt sich für Menschen mit ausgeprägtem ökologischen Gewissen die Frage neu: Was machen wir in diesem Jahr mit dem Weihnachtsbaum – wieder einen kaufen, eine Alternative aus Holz anschaffen – Plastik geht gar nicht – oder doch ganz verzichten? Letzteres fällt wirklich schwer, mir zumindest. 50 Weihnachtsfeste mit einem Baum als Dreh- und Angelpunkt im Weihnachtszimmer. Erinnerungen werden wach. An den Baum, der kippte, an den super schiefen mit den vielen Löchern, egal wie man ihn drehte, an den viel zu großen, dessen Spitze ein Stockwerk höher noch einen Meter aus dem Boden geragt hätte und an den Satz meines Vaters (er wiederholte sich Jahr für Jahr in meiner Kindheit): „So einen schönen Baum hatten wir noch nie!“ Ich denke an den Tannenduft, der sich immer im ganzen Raum ausbreitete und an die Panik, wenn sich ein Kind dem Baum näherte, während die echten Kerzen brannten. Lange fuhren wir noch zweigleisig, irgendwann stiegen meine Eltern dann auf elektrisch um – schont die Nerven…

Neben all der Nostalgie ist es angesichts der Klimakrise schon etwas pervers, sich den Luxus eines Baumes zu gönnen, der nur für diesen einen Zweck geschlagen wurde und in der Regel viele Kilometer transportiert werden musste. Wo Geld zu verdienen ist, gibt es natürlich auch jede Menge Schlaumeier, die die Bäume hochspritzen, Wasser und Boden belasten und zu guter Letzt dünstet ein vergiftetes Etwas in meiner guten Stube vor sich hin – schnell noch ein paar belastete Lichterketten drüber werfen und fertig ist die heilige Chose. Für mich zählt auch das Argument „Die werden weggeschmissen, wenn sie keiner kauft!“ nicht mehr. Zuletzt habe ich entweder bei einem Verein oder bei der Jugend gekauft, die sich mit dem Baumverkauf ihre Kassen aufbessern oder eine Freizeit finanzieren, aber ich wollte nie wissen, wo die nadelnden Ungeheuer herkamen und wie sie produziert wurden. Das schaffe ich heute nicht mehr! Und so war ich im vergangenen Jahr kurz davor, auf meine Weihnachtsbaumträume zu verzichten, als ich auf die BIO-Weihnachtsbäume der Familie Bauer stieß. Mein schlechtes Gewissen war verflogen, denn diese Bäume erfüllen all meine Kriterien – bio, regional und ökologisch sinnvoll, wenngleich die Bäume nur ein kurzes Dasein haben und danach auf dem Wertstoffhof landen.

Ein Kommentar von Steffi Kürten