Jules Verne 4.0

DER STEAMPUNK AUS INGOLSTADT


Alexander Schlesier

Text: Steffi Kürten

Seit meinem Besuch bei ALEXANDER SCHLESIER lässt mich eine Vision nicht mehr los: Ich träume von einem neuen „Mueseum“ beziehungsweise einem Ausstellungsareal in INGOLSTADT für seine Objekte und taufe es STEAMPUNK PANOPTIKUM, was übersetzt Sammlung von Kuriositäten und Sehenswürdigkeiten heißt.

Sein Wohnzimmer ist angefüllt mit wunderlichen Apparaturen, die mich sofort an Science-Fiction Klassiker von Jules Verne denken lassen – 20.000 Meilen unter dem Meer unterwegs mit der Nautilus. „Ich habe inzwischen für meine Exponate eine Lagerhalle angemietet und die platzt auch schon aus allen Nähten!“, verrät der Steampunk Künstler. Mit Leichtigkeit ließe sich ein Dr. Frankenstein-Laboratorium in XXL bestücken und viele andere Themenwelten, begehbare Filmkulissen oder auch ein Experimentierraum für Schulklassen… Aber dafür braucht man eben ein passendes Gebäude, bezahlbar versteht sich! Derzeit Mangelware in Ingolstadt oder jemand eine Idee?

Was man für Steampunk Kunst braucht, sind ausrangierte technische Gerätschaften aus allen Sparten und Zeiten. Dann zerlegt man die Zeitgüter, interpretiert sie neu und so entsteht etwas, das aus jeder Zeit fällt. Zum Beispiel eine Kaffeemaschine im Gehäuse einer oldschool Nähmaschine. Alexander Schlesier ist Diplom Designer, CAD-Formgestalter und Fotograf. In seiner Freizeit kreiert er Steampunk Objekte, eines verrückter und ausgefallener als das andere. Mein Lieblingsstück wurde auf Anhieb der Steampunk Computer, eine Schreibmaschine dient als Tastatur, eine Nähmaschine als Trägertisch. Er schreibt auf altes Packpapier und bedient sich dafür der Technik eines alten Fernschreibers, dem Lorenz LO-15. Der Computer sendet dabei einen 5-Bit Code an den Empfangsmagneten des Schreibers. Dieser druckt daraufhin die gesendeten Informationen rein mechanisch auf Papier. Auch kann der Datensatz kodiert in einen Lochstreifen gestanzt werden. Der Fernschreiber kann über den PC als Schnittstelle aktuelle Daten aus der ganzen Welt empfangen, Emails, Wetter-News, RSS Feeds, ect. und ist in der Lage, Textdokumente zu drucken, die ihm vom Rechner geschickt werden. Irre!

Der Begriff Steampunk (der als solcher erst in den 1980er Jahren geprägt wurde) steht heute für ein multimediales Genre, dessen Wurzeln in der Literatur des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts liegen. Einflussnehmend waren die Werke von Autoren wie Jules Verne oder H. G. Wells, die aus ihrer Zeit heraus futuristische und zugleich phantastische Zukunftswelten beschrieben, die von Abenteurern und teils kuriosen technischen Erfindungen geprägt waren. Das 19. Jahrhundert ist die Zeit der industriellen Re-volution. Die Dampfmaschine erlebt ihre Blütezeit und ist Grundstein für die spä-tere industrielle Entwicklung. Mechanische Uhrwerke werden zu ihrer Präzision gebracht. Es ist auch die Regierungszeit der Königin Viktoria in England (Viktorianische Zeit). Verschiedene frühere Kunststile werden im Historismus und Klassizismus wieder aufgegriffen und vermischt. Ab 1900 sind auch Elemente des Jugendstils prägend.

Der Spirit dieser Zeit und ihrer Geschichten ist auch heute maßgeblich für das Genre, welches sich inzwischen nicht mehr auf die Literatur beschränkt, sondern sich zu einem vielschichtigen, kulturellen Ensemble verzweigt hat – es gibt Steampunk Musik, Festivals, Konzerte, Steampunk Kunst, Ausstellungen oder Computerspiele. Die Ästhetik des Genres fasziniert durch die Verbindung von Bekanntem und Neuem beziehungsweise der Kombination von Ungleichzeitigem.  Es entstehen Werke, die einzigartig und selten reproduzierbar sind. Handwerkliches Geschick, authentische Materialien, Kreativität und Erfindergeist führen zu interessanter Dinglichkeit, die sich abhebt von der uniformen Massenproduktion der Neuzeit. Sie geben dem Betrachter die Möglichkeit, sich in seiner eigenen Phantasie zu verlieren…

„Steampunk ist für mich nicht nur ein Hobby, es ist vielmehr eine Lebenseinstellung. Der „Punk“ im Steampunk ist für mich auch ein Stück weit Kritik an der gegenwärtigen Gesellschaft mit all ihren Zwängen, Einschränkungen, der Uniformität und der Massenproduktion von seelenlosen Billigprodukten. Bei meinen Arbeiten ist es mir wichtig, dass sie nicht immer gänzlich selbsterklärend sind. Ähnlich wie beim Lesen eines Buches soll die Phantasie des Betrachters angeregt werden, der sich zu jedem Objekt seine eigene Geschichte denken kann. Ich fertige Steampunk Kunstobjekte, funktionstüchtige Gerätschaften sowie Requisite für Fotoshootings und Filmaufnahmen. Ich fotografiere auch selbst, verleihe gelegentlich Objekte aus meinem Fundus und nehme an Ausstellungen, Events und einigen Märkten teil.“

Kontakt: Alexander Schlesier, Tel. +49 (0) 151 / 569 307 04, mail@skulls-n-gears.com, Instagram: photography_skulls.n.gears, Facebook: Steampunk Artwork | Skulls n Gears + Photography | Skulls n Gears, www.skulls-n-gears.com

CHOCOLATE IS THE NEW BLACK!

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Wir kennen den Trendton Schokobraun bereits aus dem letzten Winter – und auch in dieser Saison bleibt uns das warme und kräftige Schokoladenbraun in der Mode erhalten. Von T-Shirts über Hosen bis hin zu Blazern ersetzt Braun gewissermaßen Schwarz und Dunkelblau. Der Vorteil: Die Nuance wirkt weicher und wärmer als Schwarz, gleichzeitig sorgt der Ton für dieselbe Eleganz.

Marc Cain

Aber auch alle anderen Brauntöne von Nougat bis Karamell sind schwer angesagt. In Kombination mit knalligen Orange- und Rottönen, Karo- oder Animalprint wird ihr Outfit auch in diesem Herbst ein echter Hingucker!

Eine Kombi, die übrigens hervorragend funktioniert, ist Braun und Schwarz. Mit beiden Tönen lassen sich elegante und moderne Looks kreieren.

Suri Frey
Serengeti

Glänzend-fröhliche DESSOUS

Der Herbst bekommt zusätzliche Attitüde. Glänzende Stoffe und Stickerei bilden den roten Faden der Kollektion. Avero, die Topserie von Marie Jo, wird beispielsweise in einen angesagten Bronzeton gesteckt. Auch die
Gänseblümchen an den Trägern strahlen wie nie zuvor. Glänzende
Aussichten!

Marie Jo – Gesehen bei Lingerie Hofmann in Neuburg

DAS GEORGISCHE KAMMERORCHESTER INGOLSTADT SPIELT WIEDER

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Endlich geht das zwischenzeitlich stillgelegte rege Konzertleben des Georgischen Kammerorchesters Ingolstadt weiter! Am 13. September findet um 15 Uhr in Eichstätt das FAMILIEN-wandel-KONZERT mit Werken von Edward Elgar, Vaja Azarashvili und Sulchan Zinzadse unter der Leitung von Ruben Gazarian statt. Das GKO hat aus der Not eine Tugend gemacht und eine neue Location für sich entdeckt – den Skulpturenpark „Alf Lechner“ in Obereichstätt. Auf dem Gelände des ehemaligen Königlich Bayerischen Eisenhüttenwerks mit angeschlossenem Steinbruch stehen tonnenschwere, rostüberzogene Skulpturen. Das GKO lädt ein, durch den „Alf Lechner“ Skulpturenpark zu wandeln und mit dem KiKa-Moderator Ben gemeinsam das 23.000 Quadratmeter große Areal akustisch zu erkunden. Die Veranstaltung ist nicht bestuhlt, Campingstühle, Sitzkissen oder Decken dürfen mitgebracht werden.

Foto: © Georgisches Kammerorchester Ingolstadt

„Klassik zum Entdecken“ ist das Motto des Babykonzerts mit Werken von Wolfgang Amadeus Mozart, Antonín Dvorak und Johannes Brahms im Festsaal des Stadttheaters Ingolstadt. Für die Allerkleinsten spielen die Musiker des GKO am 26. September um 11 und 16 Uhr. Unter der Anleitung von Konzertpädagogin Ingrid Hausl wird gemeinsam gesungen, geklatscht und getanzt. Die Tickets vom 1. Babykonzert, geplant für den 28. März 2020, das coronabedingt abgesagt werden musste, sind nicht für dieses Babykonzert gültig. Die Karten können jedoch bei den bekannten Vorverkaufsstellen umgetauscht werden.

Foto: © Georgisches Kammerorchester Ingolstadt

Zu den Abokonzerten 7 und 3, die am 22. und 29. September 2020 stattfinden, folgen die aktuellen Informationen in Kürze. Weitere Infos finden Sie auf www.gko-in.de