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KONKRET WEIBLICH

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AUSSTELLUNG VOM 19.09. –19.12.2020
GALERIE HAAS, TILLY HAUS INGOLSTADT

„Konkrete Frauen“ ist das Jahresthema der Galerie für 2020, durch Corona gab es einige Verschiebungen. Nun ist es aber wieder soweit: die Galeristin Mariette Haas stellt sechs Künstlerinnen mit deren konkreten Positionen aus.

GISELA HOFFMANN, von der auch eine Außenarbeit am Museum für Konkrete Kunst und Design in Ingolstadt zu sehen war, überrascht nach den textilen Arbeiten in der letzten Ausstellung nun mit einer spannungsvollen zweidimensionalen Arbeit in Schwarz und Weiß. Der Betrachterin sind durch die Bewegung vor dem Objekt unzählige Blickwinkel offenbart. Hintersinnig das Multiple „du hast die uhr – ich habe die zeit“ in drei verschiedenen Farben, jeweils 10 Exemplare aus Acryl. Ein perfektes Geschenk für den ge-stressten Homeoffice-Menschen!

ILSE ABERER aus Dornbirn ist mit 8 technisch perfekten und spannungsgeladenen Arbeiten ver-treten. Die in Vorarlberg Lebende zeigt geometrische Körper und gewährt Einblicke in ungewöhnliche Farb-spalten.

CHRISTIANE GRIMM lebt in Heidelberg. Die optischen Effekte ihrer beiden gezeigten Werke scheinen das Auge der Betrachterin zu trügen. Die Materialien ihrer Architekturen sind so angeordnet, dass sich in den Körpern die übereinanderliegenden Schichtungen klaren Linien entziehen. Mit dem Ändern des Standpunktes wechselt auch die Lebendigkeit des Bildes und ein neues scheint auf. Eine phantastische Täuschung der Augen.

RITA ROHLFING lebt in Köln. Die beiden monochromen Tafelbilder in der Galerie erscheinen wie Objekte und vermitteln eine Dreidimensionalität. Eine Rezensentin schreibt: Es wirkt, als wölbe sich die Bildfläche in den Raum hinein, ihre Tafelbilder sind also weder reines Wandbild, noch Skulptur, sondern sind sie der Ausdruck der gattungsübergreifenden Arbeitsweise der Künstlerin.

REGINE SCHUMANN lebt und arbeitet in Köln. Ihre Acrylglas-Körper aus farbigem und fluoreszierendem Material scheinen zu leuchten, und das lediglich durch das einfallende Tageslicht. Das Leuchten und die Farbigkeit erzeugen eine fröhliche Stimmung beim Betrachter, da sage niemand, dass diese Kunst nicht Gefühle erzeugt! Auch die 5 Wandtafeln, gezeigt im selben Ausstellungsraum, strahlen einem entgegen.

Die in Liechtenstein geborene HANNA ROECKLE lebt und arbeitet in der Schweiz. Nach einer Ausbildung an der Kunstgewerbeschule in Zürich und der Tätigkeit als Lehrerin arbeitet sie seit 1994 als freischaffende Künstlerin. Ihre in den Galerieräumen gezeigten Wandobjekte sind geheimnisvolle Figurinen, die im Licht und mich bewegend, mir changierende Farben vorspiegeln, das sollten Sie sich selber ansehen! Außerdem muss ein wenig Geheimnis bleiben, denn die Künstlerin wird 2021 mit weiteren Werken in der Galerie Haas zu sehen sein.

SECHS HORIZONTE

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SONDERAUSSTELLUNG VOM 4. OKTOBER – 22. NOVEMBER 2020
IN DER STÄDTISCHEN GALERIE IM PFLEGSCHLOSS

Hinter dem Titel stehen sechs Frauen, sechs Künstlerinnen aus verschiedenen Teilen Deutschlands. Sie alle hatten vor zwei Jahren an der Akademie Faber-Castell in Stein bei Nürnberg die Meisterklasse unter der Leitung von Markus Kronberger absolviert und bereits einige Male zusammen ausgestellt. Nun haben sie sich erneut zusammengefunden, um ihre neuesten Arbeiten in Schrobenhausen zu zeigen.

Beeindruckend ist die Vielfalt der künstlerischen Positionen, die jeweils von einer ganz eigenen und authentischen Handschrift geprägt sind. Die Künstlerinnen kommen meist aus anderen Berufen, beschäftigen sich aber schon seit vielen Jahren mit Kunst, nachdem sie ihre kreativen Seiten entdeckt haben. Silvia Hahns Arbeiten titeln mit „sinnlichT“. Sie sind gedanklich mit dem Thema Sinnlichkeit im Alter verbunden und versuchen, innere Erfahrungsprozesse wie Loslassen, Zulassen, Genießen, Ergreifen oder auch Verlassen sichtbar zu machen. Mit einem Mix aus Leinwand, Acrylfarbe und Upcycling-Produkten schafft Dagmar Laffert – eigens für Schrobenhausen – die Serie „Espressobecher, ein Stoff mit Suchpotential“. Angelica Nothas sammelt Fundstücke in der Natur und fängt diesen über Monate dauernden Prozess in ihren Bildern ein. Christa Mesch experimentiert mit Farbstiften und Steinpapier und entwickelt ihre eigene Technik, sie zeigt unterschiedlichste Variationen von Farbquadraten. Elisabeth Stromer zeigt Bild-Holz-Installationen, naturwissenschaftlich und farbästhetisch inspirierte Kunstwerke, die zum Teil spielerisch verändert werden können. Schließlich erinnert sich Steffi-Babett Wartenberg in Corona-Zeiten an ihre eigene eingeengte Jungend und ihren Freiheitsdrang. Für sie ist ihre Serie Solitude, die sich mit Felsformationen beschäftigt, Sinnbild von Festigkeit und Einsamkeit.

Die Ausstellung ist zugleich Auftakt der Paarkunst für die Stadt Schrobenhausen, die sich auch 2020 bei dem gemeinsamen Projekt mit der Stadt Aichach und weiteren Paaranrainern beteiligt.

Tango mit da Ziach

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Live-Musik im Bauerngerätemuseum

Eigentlich waren sie ja für die erste Jahreshälfte geplant, die fünf Konzerte aus der Reihe „Tango mit da Ziach“ im Bauerngerätemuseum Hundszell. Doch dann kam Corona dazwischen und alles war in Frage gestellt. Vier der fünf Konzerte konnten immerhin in den Herbst verlegt werden. Und nun ist es soweit, die Musikfreunde dürfen sich endlich wieder auf Live-Konzerte mit handgemachter Musik freuen! Den Auftakt macht am 27. Oktober (Dienstag!) das Südtiroler Trio Cordes y Butons. Der Name ist ladinisch und bedeutet „Saiten und Knöpfe“. Er steht für die Instrumente der drei Vollblut-MusikerInnen. Damit und mit ihren Stimmen entführen sie die Besucher in einen experimentellen Klangraum, der geographisch von Südtirol bis in den hohen Norden führt. Es entstehen musikalische Reisen zum Träumen. Mit der Housemusi (7. November), dem Duo Reiter & Gruber (14. November) und Anja Baldauf mit ihrem Ochestra Mondo (4. Dezember) folgen drei weitere Hochkaräter aus dem Bereich der Neuen Volksmusik und Weltmusik.

Karten im Vorverkauf gibt es beim Donaukurier Ticketservice und im Bauerngerätemuseum, Restkarten an der Abendkasse. Weil die Platzkapazität auf 80 Besucher je Konzert begrenzt ist, sollte man sich beeilen, eine der begehrten Karten zu ergattern. Infos zu den Veranstaltungen im Internet unter www.ingolstadt.de/bauerngeraetemuseum oder telefonisch unter 0841 / 305-1885 (oder 305-2859).

DIE 37. INGOLSTÄDTER JAZZTAGE

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Sonntag, 25. Oktober – Mittwoch, 11. November 2020

„Trotz der schwierigen Umstände wird es das Jazzfestival geben“, erklärt Tobias Klein, Geschäftsführer der Gemeinnützigen Ingolstädter Veranstaltungs GmbH (INKULT). „Wie allerdings zu erwarten, nicht in der gewohnten, sondern vielmehr in einer abgespeckten Form; bestimmte Formate werden nicht stattfinden. Dazu zählen Jazz in den Kneipen, die legendären Jazzpartys im NH Ingolstadt sowie die Highlight-Konzerte.“ Fester Bestandteil aber war und ist, trotz Corona-Pandemie, die Förderung der regionalen Szene und des Jazznachwuchses. Bereits die Jüngsten bekommen die Gelegenheit, unter dem Programmpunkt „Jazz for Kids“ ihre Liebe zum Jazz zu entdecken. „Jazz an den Schulen“ hingegen richtet sich an Jugendliche, die in Workshops auf hochkarätige Jazzsolisten und etablierte Musikpädagogen treffen. Die regionale Szene ist mit Lukas Lindner vertreten, dem letztjährigen Jazzförderpreisträger.

Alle Sponsoren der Vorjahre sind auch dieses Jahr wieder an Bord. Das Dankeschön geht an die Sparkasse Ingolstadt Eichstätt, Audi, MediaMarkt, NH Hotel Group, Herrnbräu sowie an den Medienpartner Bayern 2, zudem werden die Jazztage vom Freistaat Bayern gefördert. Der Kartenvorverkauf für die 37. Ingolstädter Jazztage hat bereits begonnen. Tickets sind erhältlich in allen DK-Geschäftsstellen, in der Tourist Information am Rathausplatz (Moritzstr. 19), im Westpark Ingolstadt und über www.eventim.de

Weitere Infos unter: www.ingolstaedter-jazztage.de

FOTO: LUKAS LINDNER, © Andreas Wittmann

CITICON 105 ist online!

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Wussten Sie eigentlich, in welchem Verwandtschaftsverhältnis der Tag der Toten in Mexiko mit unserm Totensonntag oder dem Feiertag Allerseelen steht? Hätten Sie gedacht, dass der Oktober auch ohne spezielle Veranstaltungsreihe definitiv eine Frau ist? Beweise: Theater Ingolstadt haben gerade alle Mitarbeiter*innen einen Verhaltenskodex unterschrieben, der auf Geschlechtergerechtigkeit bzw. die Bekämpfung von Gender-Mobbing, – Diskriminierung, sexuelle Belästigung und unbedingte Chancengleichheit setzt? Auch die aktuelle Ausstellung „Konkret weiblich“ in der Galerie Haas setzt auf Künstler*innen, ebenso wie die Sonderausstellung im Pflegschloss in Schrobenhausen, „SECHS HORIZONTE“.  Interessiert es Sie, wie es Lehrern in diesen Tagen geht und wie sie versuchen den Unterricht neu zu denken? Möchten Sie wissen, wie die Antwort auf die Frage lauten könnte: Welche Rolle spielt das Auto in Zukunft und welche Entwicklungen werden durch Corona verstärkt bzw. gebremst? Dann sollten Sie zusehen, dass Sie eine Ausgabe der CITICON 105 erwischen, die ab sofort wieder für Sie in der Region verteilt wird. Viel Spass beim Lesen! 

Jules Verne 4.0

DER STEAMPUNK AUS INGOLSTADT


Alexander Schlesier

Text: Steffi Kürten

Seit meinem Besuch bei ALEXANDER SCHLESIER lässt mich eine Vision nicht mehr los: Ich träume von einem neuen „Mueseum“ beziehungsweise einem Ausstellungsareal in INGOLSTADT für seine Objekte und taufe es STEAMPUNK PANOPTIKUM, was übersetzt Sammlung von Kuriositäten und Sehenswürdigkeiten heißt.

Sein Wohnzimmer ist angefüllt mit wunderlichen Apparaturen, die mich sofort an Science-Fiction Klassiker von Jules Verne denken lassen – 20.000 Meilen unter dem Meer unterwegs mit der Nautilus. „Ich habe inzwischen für meine Exponate eine Lagerhalle angemietet und die platzt auch schon aus allen Nähten!“, verrät der Steampunk Künstler. Mit Leichtigkeit ließe sich ein Dr. Frankenstein-Laboratorium in XXL bestücken und viele andere Themenwelten, begehbare Filmkulissen oder auch ein Experimentierraum für Schulklassen… Aber dafür braucht man eben ein passendes Gebäude, bezahlbar versteht sich! Derzeit Mangelware in Ingolstadt oder jemand eine Idee?

Was man für Steampunk Kunst braucht, sind ausrangierte technische Gerätschaften aus allen Sparten und Zeiten. Dann zerlegt man die Zeitgüter, interpretiert sie neu und so entsteht etwas, das aus jeder Zeit fällt. Zum Beispiel eine Kaffeemaschine im Gehäuse einer oldschool Nähmaschine. Alexander Schlesier ist Diplom Designer, CAD-Formgestalter und Fotograf. In seiner Freizeit kreiert er Steampunk Objekte, eines verrückter und ausgefallener als das andere. Mein Lieblingsstück wurde auf Anhieb der Steampunk Computer, eine Schreibmaschine dient als Tastatur, eine Nähmaschine als Trägertisch. Er schreibt auf altes Packpapier und bedient sich dafür der Technik eines alten Fernschreibers, dem Lorenz LO-15. Der Computer sendet dabei einen 5-Bit Code an den Empfangsmagneten des Schreibers. Dieser druckt daraufhin die gesendeten Informationen rein mechanisch auf Papier. Auch kann der Datensatz kodiert in einen Lochstreifen gestanzt werden. Der Fernschreiber kann über den PC als Schnittstelle aktuelle Daten aus der ganzen Welt empfangen, Emails, Wetter-News, RSS Feeds, ect. und ist in der Lage, Textdokumente zu drucken, die ihm vom Rechner geschickt werden. Irre!

Der Begriff Steampunk (der als solcher erst in den 1980er Jahren geprägt wurde) steht heute für ein multimediales Genre, dessen Wurzeln in der Literatur des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts liegen. Einflussnehmend waren die Werke von Autoren wie Jules Verne oder H. G. Wells, die aus ihrer Zeit heraus futuristische und zugleich phantastische Zukunftswelten beschrieben, die von Abenteurern und teils kuriosen technischen Erfindungen geprägt waren. Das 19. Jahrhundert ist die Zeit der industriellen Re-volution. Die Dampfmaschine erlebt ihre Blütezeit und ist Grundstein für die spä-tere industrielle Entwicklung. Mechanische Uhrwerke werden zu ihrer Präzision gebracht. Es ist auch die Regierungszeit der Königin Viktoria in England (Viktorianische Zeit). Verschiedene frühere Kunststile werden im Historismus und Klassizismus wieder aufgegriffen und vermischt. Ab 1900 sind auch Elemente des Jugendstils prägend.

Der Spirit dieser Zeit und ihrer Geschichten ist auch heute maßgeblich für das Genre, welches sich inzwischen nicht mehr auf die Literatur beschränkt, sondern sich zu einem vielschichtigen, kulturellen Ensemble verzweigt hat – es gibt Steampunk Musik, Festivals, Konzerte, Steampunk Kunst, Ausstellungen oder Computerspiele. Die Ästhetik des Genres fasziniert durch die Verbindung von Bekanntem und Neuem beziehungsweise der Kombination von Ungleichzeitigem.  Es entstehen Werke, die einzigartig und selten reproduzierbar sind. Handwerkliches Geschick, authentische Materialien, Kreativität und Erfindergeist führen zu interessanter Dinglichkeit, die sich abhebt von der uniformen Massenproduktion der Neuzeit. Sie geben dem Betrachter die Möglichkeit, sich in seiner eigenen Phantasie zu verlieren…

„Steampunk ist für mich nicht nur ein Hobby, es ist vielmehr eine Lebenseinstellung. Der „Punk“ im Steampunk ist für mich auch ein Stück weit Kritik an der gegenwärtigen Gesellschaft mit all ihren Zwängen, Einschränkungen, der Uniformität und der Massenproduktion von seelenlosen Billigprodukten. Bei meinen Arbeiten ist es mir wichtig, dass sie nicht immer gänzlich selbsterklärend sind. Ähnlich wie beim Lesen eines Buches soll die Phantasie des Betrachters angeregt werden, der sich zu jedem Objekt seine eigene Geschichte denken kann. Ich fertige Steampunk Kunstobjekte, funktionstüchtige Gerätschaften sowie Requisite für Fotoshootings und Filmaufnahmen. Ich fotografiere auch selbst, verleihe gelegentlich Objekte aus meinem Fundus und nehme an Ausstellungen, Events und einigen Märkten teil.“

Kontakt: Alexander Schlesier, Tel. +49 (0) 151 / 569 307 04, mail@skulls-n-gears.com, Instagram: photography_skulls.n.gears, Facebook: Steampunk Artwork | Skulls n Gears + Photography | Skulls n Gears, www.skulls-n-gears.com

CHOCOLATE IS THE NEW BLACK!

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Wir kennen den Trendton Schokobraun bereits aus dem letzten Winter – und auch in dieser Saison bleibt uns das warme und kräftige Schokoladenbraun in der Mode erhalten. Von T-Shirts über Hosen bis hin zu Blazern ersetzt Braun gewissermaßen Schwarz und Dunkelblau. Der Vorteil: Die Nuance wirkt weicher und wärmer als Schwarz, gleichzeitig sorgt der Ton für dieselbe Eleganz.

Marc Cain

Aber auch alle anderen Brauntöne von Nougat bis Karamell sind schwer angesagt. In Kombination mit knalligen Orange- und Rottönen, Karo- oder Animalprint wird ihr Outfit auch in diesem Herbst ein echter Hingucker!

Eine Kombi, die übrigens hervorragend funktioniert, ist Braun und Schwarz. Mit beiden Tönen lassen sich elegante und moderne Looks kreieren.

Suri Frey
Serengeti

Glänzend-fröhliche DESSOUS

Der Herbst bekommt zusätzliche Attitüde. Glänzende Stoffe und Stickerei bilden den roten Faden der Kollektion. Avero, die Topserie von Marie Jo, wird beispielsweise in einen angesagten Bronzeton gesteckt. Auch die
Gänseblümchen an den Trägern strahlen wie nie zuvor. Glänzende
Aussichten!

Marie Jo – Gesehen bei Lingerie Hofmann in Neuburg

DAS GEORGISCHE KAMMERORCHESTER INGOLSTADT SPIELT WIEDER

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Endlich geht das zwischenzeitlich stillgelegte rege Konzertleben des Georgischen Kammerorchesters Ingolstadt weiter! Am 13. September findet um 15 Uhr in Eichstätt das FAMILIEN-wandel-KONZERT mit Werken von Edward Elgar, Vaja Azarashvili und Sulchan Zinzadse unter der Leitung von Ruben Gazarian statt. Das GKO hat aus der Not eine Tugend gemacht und eine neue Location für sich entdeckt – den Skulpturenpark „Alf Lechner“ in Obereichstätt. Auf dem Gelände des ehemaligen Königlich Bayerischen Eisenhüttenwerks mit angeschlossenem Steinbruch stehen tonnenschwere, rostüberzogene Skulpturen. Das GKO lädt ein, durch den „Alf Lechner“ Skulpturenpark zu wandeln und mit dem KiKa-Moderator Ben gemeinsam das 23.000 Quadratmeter große Areal akustisch zu erkunden. Die Veranstaltung ist nicht bestuhlt, Campingstühle, Sitzkissen oder Decken dürfen mitgebracht werden.

Foto: © Georgisches Kammerorchester Ingolstadt

„Klassik zum Entdecken“ ist das Motto des Babykonzerts mit Werken von Wolfgang Amadeus Mozart, Antonín Dvorak und Johannes Brahms im Festsaal des Stadttheaters Ingolstadt. Für die Allerkleinsten spielen die Musiker des GKO am 26. September um 11 und 16 Uhr. Unter der Anleitung von Konzertpädagogin Ingrid Hausl wird gemeinsam gesungen, geklatscht und getanzt. Die Tickets vom 1. Babykonzert, geplant für den 28. März 2020, das coronabedingt abgesagt werden musste, sind nicht für dieses Babykonzert gültig. Die Karten können jedoch bei den bekannten Vorverkaufsstellen umgetauscht werden.

Foto: © Georgisches Kammerorchester Ingolstadt

Zu den Abokonzerten 7 und 3, die am 22. und 29. September 2020 stattfinden, folgen die aktuellen Informationen in Kürze. Weitere Infos finden Sie auf www.gko-in.de

ROT X STAHL

Jubiläumsausstellung von Rupprecht Geiger und Alf Lechner bis zum 13. September 2020 verlängert

Aufgrund der großen Begeisterung für die Jubiläumsausstellung ROT X STAHL, der hohen Besucherzahlen und der starken Nachfrage für Führungen, freut sich das Lechner Museum in Ingolstadt, die Verlängerung dieser besonderen Ausstellung mit Werken von Rupprecht Geiger und Alf Lechner bis einschließlich Sonntag, den 13. September 2020 bekanntzugeben.

Geiger und Lechner 1985 , FOTO: © Stefan Moses

„Besonders nach der COVID-19 pandemiebedingten zweimonatigen Schließung der Ausstellung ist es für uns alle eine besondere Freude, diese wunderbare Präsentation bis September weiterhin zeigen zu können“,

so Julia Geiger,die Enkelin von Rupprecht Geiger, welche diese Werkschau zusammen mit Daniel McLaughlin, dem Sohn Lechners, kuratiert hat.

„Das Zusammenspiel der Werke der beiden großen Künstler in dieser Ausstellung ist einzigartig, wie sie sich gegenseitig ergänzen und gleichzeitig erheben“.

Daniel McLaughlin, Lechners Sohn
© Studio Hetzer
© Studio Hetzer

Das Lechner Museum präsentiert diese Jubiläumsausstellung zu seinem 20-jährigen Bestehen. Rupprecht Geiger und Alf Lechner gelten als Schlüsselfiguren und Großmeister der europäischen Abstraktion. Sie waren Freunde und hatten viele Gemeinsamkeiten, sowohl in ihrem Werk als auch in ihrer Biografie. Beide waren Münchener und Autodidakten. Beide begannen in jungen Jahren mit Landschaftsmalerei. Beide lernten erst ein Handwerk und arbeiteten als Architekt bzw. Designer, bevor sie sich entschlossen, ihr Leben voll und ganz ihrer Kunst zu widmen. Die Ausstellung im Lechner Museum Ingolstadt arbeitet den Werdegang beider Künstler zu Leitfiguren der deutschen Abstraktion heraus. Sie stellt die Bedeutung von Oberflächen und Form als physisches Farb- sowie skulpturales Raumerlebnis in den Mittelpunkt. Die von Geiger beschriebene „Wandlung der Farbmaterie zum Farbgeist“ steht dabei in direkter Beziehung zur „Komplexität der Einfachheit“ bei Lechner. Es wird anhand der großen Vielfalt der Werke verdeutlicht, wie beide Künstler ihren Werk-Kosmos zu einem unvergesslichen Kunsterlebnis aufgespannt haben. Von unterschiedlichen Standpunkten kommend, dem des Malers und dem des Bildhauers, gingen sie gemeinsam einen Weg in die Abstraktion. Sie entwickelten im Austausch und unter Einbezug des physischen Erlebnisses beim Betrachten ihre Ausdrucks- und Formensprache. Beide schöpften geometrische Form-, Farb- und Stahlkräfte maximal aus. Begleitend zur Ausstellung im Lechner Museum präsentiert die Alf Lechner Stiftung im Papierhaus des Lechner Skulpturenparks Obereichstätt Grafik und Künstlerbücher mit Originalwerken von Rupprecht Geiger und Alf Lechner, die zum ersten Mal ausgestellt und im Rahmen von Führungen zu sehen sind.

ZITATE ZUR KUNSTHISTORISCHEN BEDEUTUNG VON ALF LECHNER UND RUPPRECHT GEIGER:

„Die Stadt [München] hat dem Jahrhundertkünstler, der Rupprecht Geiger nun in jedem Wortsinn ist, für grandiose Entdeckungen und imposante Werke zu danken.“

Christian Ude (ehemaliger Oberbürgermeister, München), 1998

„Rupprecht Geiger ist es gelungen, dieser Farbe eine neue Dimension hinzuzufügen, sie vom Dinglichen, Materiellen auf eine spirituelle, geistige Ebene hinüberzuführen. Damit verdanken wir seiner Malerei eine neue Sicht von Rot. Allein für diese historische Leistung, aber auch für die grandiose Entdeckung der irregulären Bildflächen, den „shaped canvases“, zu Beginn seines malerischen Werkes, verdient er einen herausragenden Platz in der Kunstgeschichte.“

Helmut Friedel (ehemaliger Direktor der Städtischen Galerie im Lenbachhaus, München), 2003

„Alf Lechner hat den Stahl geknickt, gebogen, gewalzt und gehämmert, durchbohrt und geschnitten, erhitzt und bersten lassen, aufgerichtet und hingelegt, konzentriert und aneinander gereiht, im Inneren und im Äußeren, in Räumen und auf Plätzen realisiert (…) Er hat die Körper, Schritte und Teilungen berechnet und in unzähligen Zeichnungen und
Modellen vorgeplant und entwickelt, und trotzdem wirken alle seine Arbeiten ganz spontan und ganz ursprünglich, so wie Zeichen einer anderen Welt, einer archaischen Zeit.“

Prof. Dr. Dieter Honisch (ehemaliger Direktor der Neuen Nationalgalerie, Berlin), 1986

„Alf Lechners Oeuvre lässt zweierlei erkennen: Einerseits seine betonte Zurückhaltung gegenüber dem Geist des Aufbruchs,
des Optimismus, des Visionären (was Zero-Künstler im Rheinland propagierten), andererseits aber eine unübersehbare
Abwendung von den bis dato gängigen bildhauerischen Verfahren. Während man nämlich von Gonzalez bis Chillida
immer wieder schweißt, um eine bestimmte Gestalt hervorzubringen und zum symbolischen Ausdrucksträger zu machen,
geht es Lechner um das Verhältnis von Maß und Material, von Proportion und Prozess, um Geometrie und Physik.“

Prof. Dr. Armin Zweite (ehemaliger Direktor der Kunstsammlung Nordrheinwestfalen K20, K21), 2015

Öffnungszeiten Lechner Museum Ingolstadt: Do – So, 10 –17 Uhr. Der Katalog zur Ausstellung „ROT X STAHL – Rupprecht Geiger und Alf Lechner“ ist ab sofort im Museumsshop erhältlich und kostet 28 Euro.