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ROT X STAHL

Jubiläumsausstellung von Rupprecht Geiger und Alf Lechner bis zum 13. September 2020 verlängert

Aufgrund der großen Begeisterung für die Jubiläumsausstellung ROT X STAHL, der hohen Besucherzahlen und der starken Nachfrage für Führungen, freut sich das Lechner Museum in Ingolstadt, die Verlängerung dieser besonderen Ausstellung mit Werken von Rupprecht Geiger und Alf Lechner bis einschließlich Sonntag, den 13. September 2020 bekanntzugeben.

Geiger und Lechner 1985 , FOTO: © Stefan Moses

„Besonders nach der COVID-19 pandemiebedingten zweimonatigen Schließung der Ausstellung ist es für uns alle eine besondere Freude, diese wunderbare Präsentation bis September weiterhin zeigen zu können“,

so Julia Geiger,die Enkelin von Rupprecht Geiger, welche diese Werkschau zusammen mit Daniel McLaughlin, dem Sohn Lechners, kuratiert hat.

„Das Zusammenspiel der Werke der beiden großen Künstler in dieser Ausstellung ist einzigartig, wie sie sich gegenseitig ergänzen und gleichzeitig erheben“.

Daniel McLaughlin, Lechners Sohn
© Studio Hetzer
© Studio Hetzer

Das Lechner Museum präsentiert diese Jubiläumsausstellung zu seinem 20-jährigen Bestehen. Rupprecht Geiger und Alf Lechner gelten als Schlüsselfiguren und Großmeister der europäischen Abstraktion. Sie waren Freunde und hatten viele Gemeinsamkeiten, sowohl in ihrem Werk als auch in ihrer Biografie. Beide waren Münchener und Autodidakten. Beide begannen in jungen Jahren mit Landschaftsmalerei. Beide lernten erst ein Handwerk und arbeiteten als Architekt bzw. Designer, bevor sie sich entschlossen, ihr Leben voll und ganz ihrer Kunst zu widmen. Die Ausstellung im Lechner Museum Ingolstadt arbeitet den Werdegang beider Künstler zu Leitfiguren der deutschen Abstraktion heraus. Sie stellt die Bedeutung von Oberflächen und Form als physisches Farb- sowie skulpturales Raumerlebnis in den Mittelpunkt. Die von Geiger beschriebene „Wandlung der Farbmaterie zum Farbgeist“ steht dabei in direkter Beziehung zur „Komplexität der Einfachheit“ bei Lechner. Es wird anhand der großen Vielfalt der Werke verdeutlicht, wie beide Künstler ihren Werk-Kosmos zu einem unvergesslichen Kunsterlebnis aufgespannt haben. Von unterschiedlichen Standpunkten kommend, dem des Malers und dem des Bildhauers, gingen sie gemeinsam einen Weg in die Abstraktion. Sie entwickelten im Austausch und unter Einbezug des physischen Erlebnisses beim Betrachten ihre Ausdrucks- und Formensprache. Beide schöpften geometrische Form-, Farb- und Stahlkräfte maximal aus. Begleitend zur Ausstellung im Lechner Museum präsentiert die Alf Lechner Stiftung im Papierhaus des Lechner Skulpturenparks Obereichstätt Grafik und Künstlerbücher mit Originalwerken von Rupprecht Geiger und Alf Lechner, die zum ersten Mal ausgestellt und im Rahmen von Führungen zu sehen sind.

ZITATE ZUR KUNSTHISTORISCHEN BEDEUTUNG VON ALF LECHNER UND RUPPRECHT GEIGER:

„Die Stadt [München] hat dem Jahrhundertkünstler, der Rupprecht Geiger nun in jedem Wortsinn ist, für grandiose Entdeckungen und imposante Werke zu danken.“

Christian Ude (ehemaliger Oberbürgermeister, München), 1998

„Rupprecht Geiger ist es gelungen, dieser Farbe eine neue Dimension hinzuzufügen, sie vom Dinglichen, Materiellen auf eine spirituelle, geistige Ebene hinüberzuführen. Damit verdanken wir seiner Malerei eine neue Sicht von Rot. Allein für diese historische Leistung, aber auch für die grandiose Entdeckung der irregulären Bildflächen, den „shaped canvases“, zu Beginn seines malerischen Werkes, verdient er einen herausragenden Platz in der Kunstgeschichte.“

Helmut Friedel (ehemaliger Direktor der Städtischen Galerie im Lenbachhaus, München), 2003

„Alf Lechner hat den Stahl geknickt, gebogen, gewalzt und gehämmert, durchbohrt und geschnitten, erhitzt und bersten lassen, aufgerichtet und hingelegt, konzentriert und aneinander gereiht, im Inneren und im Äußeren, in Räumen und auf Plätzen realisiert (…) Er hat die Körper, Schritte und Teilungen berechnet und in unzähligen Zeichnungen und
Modellen vorgeplant und entwickelt, und trotzdem wirken alle seine Arbeiten ganz spontan und ganz ursprünglich, so wie Zeichen einer anderen Welt, einer archaischen Zeit.“

Prof. Dr. Dieter Honisch (ehemaliger Direktor der Neuen Nationalgalerie, Berlin), 1986

„Alf Lechners Oeuvre lässt zweierlei erkennen: Einerseits seine betonte Zurückhaltung gegenüber dem Geist des Aufbruchs,
des Optimismus, des Visionären (was Zero-Künstler im Rheinland propagierten), andererseits aber eine unübersehbare
Abwendung von den bis dato gängigen bildhauerischen Verfahren. Während man nämlich von Gonzalez bis Chillida
immer wieder schweißt, um eine bestimmte Gestalt hervorzubringen und zum symbolischen Ausdrucksträger zu machen,
geht es Lechner um das Verhältnis von Maß und Material, von Proportion und Prozess, um Geometrie und Physik.“

Prof. Dr. Armin Zweite (ehemaliger Direktor der Kunstsammlung Nordrheinwestfalen K20, K21), 2015

Öffnungszeiten Lechner Museum Ingolstadt: Do – So, 10 –17 Uhr. Der Katalog zur Ausstellung „ROT X STAHL – Rupprecht Geiger und Alf Lechner“ ist ab sofort im Museumsshop erhältlich und kostet 28 Euro.

CITICON 102 ist da!

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WUSSTEN Sie eigentlich, dass das Leben kein Ponyhof ist? Und dass, wenn man in zufriedene Honigkuchengesichter blicken möchte, man sich diese am besten einfach backen sollte? So hat es zumindest unsere Redakteurin Deniz gemacht, s. Foto! Haben Sie gewusst, dass die Geiger-Lechner Ausstellung der Hammer ist und bis Mitte September verlängert worden ist? Interessiert es Sie, was der Neue (Ingolstadts Oberbürgermeister Christian Scharpf) so überhaupt gar nicht leiden kann, oder was der evangelische Dekan Thomas Schwarz über verkaufsoffene Sonntage denkt? Möchten Sie mit Kulturpreisträgerin Waltraud Götz und ihren humorvollen Gedichten um die Wette lachen oder erfahren, wieso im Deutschen Medizinhistorischen Museum jetzt Alkohol verkauft wird? Dann laufen Sie los, um sich die druckfrische CITICON zu besorgen, die jetzt wieder an den bekannten Auslegestellen für Sie bereit liegt.
Viel Vergnügen mit Ausgabe 2 nach dem Corona-Lockdown!