WUSSTEN SIE EIGENTLICH,…

DASS MAN VÖGELN, WENN ÜBERHAUPT, NUR IN DEN HÄRTESTEN WINTERMONATEN FUTTER ANBIETEN SOLLTE?

Wer heute einen Gartenmarkt betritt, findet häufig schon im Eingangsbereich unzählige Artikel rund ums Vögelfüttern. Ob Energiecreme oder Vogelkuchen, Mehlwürmer in Fett oder Nussstangen, Vier-Jahreszeiten-Menü oder 5-Kilo-Eimer Meisenknödel – es gibt nichts, was es nicht gibt. Offenbar macht es vielen Menschen Freude, Vögel zu füttern. Falls Sie dazugehören: Umweltorganisationen wie etwa der Bund Naturschutz (BUND) wollen Ihnen diese Freude nicht nehmen. Das Futterhäuschen vorm Fenster hat schon vielen die Natur nähergebracht. Angelockte Vögel aus der Nähe zu beobachten, kann Interesse und Begeisterung für die Natur vor der Haustür wecken und die Erkenntnis bringen, dass die Vögel Schutz verdienen. Wer weiß, vielleicht erwächst daraus ja ein langes Engagement für Umwelt und Natur? Oder die Lust, den eigenen Garten naturbewusster zu gestalten? Bleibt die Frage, ob man mit dem Vögelfüttern auch Vogelschutz betreibt? Richtig ist, dass einige Gartenvögel, die in sterilem Siedlungsgrün kaum noch Nahrung finden, tatsächlich profitieren. Selten oder gefährdet ist aber kaum eine der Arten, die unsere Gärten oder Balkone aufsucht. Noch offen ist, ob das Füttern nicht auch Verlierer produziert: etwa spät aus dem Süden heimkehrende Trauerschnäpper, deren Nisthöhlen längst von wohlgenährten Meisen besetzt sind. Eigentlich sind wilde Vögel auf ein jahreszeitlich wechselndes Nahrungs-angebot eingestellt; im Winter ist ihr Energiebedarf stark reduziert. Dem Artenschutz und der Vogelvielfalt ist also mit Futter nicht zu helfen. Weit sinnvoller investiert ist hier jeder Cent, der etwa in Produkte der ökologischen Landwirtschaft fließt. In einer Kulturlandschaft mit Weidetieren, Obstbäumen, Kleingewässern, Hecken und bunten Ackerrandstreifen leben viel mehr Vogelarten – auch solche, die heute stark gefährdet sind.

Damit das Füttern mehr nützt als schadet:

  • Bieten Sie klassisches Futter wie Sonnenblumenkerne an, keine verderblichen Essensreste, kein Brot und auch nichts Salziges. Meiden Sie Meisenknödel in Plastiknetzen, in denen sich Vögel verheddern können und füttern Sie maßvoll.
  • Bevorzugen Sie Futterspender und -silos, die den Inhalt vor Schmutz und Nässe schützen. Reinigen Sie Futterhäuschen und Vogeltränken regelmäßig, um Infektionsherde zu vermeiden.
  • Platzieren Sie Ihre Futterstelle so, dass Katzen keine Deckung finden, um sich anzuschleichen. Große Fensterflächen in der Nähe sollten Sie gegen Anflug sichern, damit sie nicht zur tödlichen Falle werden.
Mehr Tipps für den Winter finden Sie unter www.bund.net